Wir hatten schon eine Weile damit zu kämpfen: unser "alter" Diesel, der nicht nur immer mehr unter Beschuss der Regierung geriet, sondern auch immer häufiger Mängel aufwies. Sogar auf der französischen Autobahn, wovon Sie sich in einem früheren Blog überzeugen konnten. Und plötzlich, vor eineinhalb Monaten, kam mir ein Firmenwagen entgegen. Diesel raus, schönes neues Getriebe rein. Allerdings ein Elektroauto. Fair ist fair: So ein Elektroauto fährt sich wie ein Kinderspiel. Aber ja, mit dem Wohnwagen in den Urlaub fahren ist (fast) unmöglich. Also Hilfe! Was nun?
Einen Wohnwagen hinter ein Elektroauto zu hängen ist, als würde man mit einem Rucksack voller Felsbrocken laufen. Die Reichweite sinkt schneller als die Temperatur einer Tasse Kaffee bei einer Windböe. Das bedeutet in der Praxis, dass man etwa alle 150 Kilometer an einer Ladestation steht. Keine angenehme Aussicht. Außerdem habe ich gehört, dass man sich in der Sommersaison manchmal fast mit anderen um einen Ladeplatz prügeln muss. Also: Wohnwagen beiseite? Wahrscheinlich schon. Aber den Traum vom Camping aufzugeben, dazu bin ich auch noch nicht bereit. Also habe ich ein wenig recherchiert. Denn die Fahrt zu einem südeuropäischen Campingplatz mit einem Elektroauto ist durchaus möglich. Man muss nur ein bisschen anders denken. Und insgeheim kann es auch ganz lustig sein. Vorausgesetzt, man beachtet die folgenden Tipps & Tricks.
Wo Sie bisher vielleicht nur nach 'Campingplätzen mit Schwimmbad' oder 'in der Nähe eines Dorfes' gesucht haben, können Sie jetzt auch den Filter 'Ladestation für Elektroautos' ankreuzen. Eine Option, die Sie glücklicherweise immer häufiger sehen, auch auf Campingzoeker. Die gute Nachricht: Immer mehr Campingplätze bieten Ladestationen an. Natürlich gegen eine Gebühr. Aber abgesehen von dem Campingplatz, den Sie besuchen, ist es auch ratsam, sich das Land selbst anzusehen. Wie ist die Situation dort? Gibt es genügend Ladestationen? Um Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben: Belgien, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Dänemark, Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien verfügen inzwischen über (ziemlich) gute Einrichtungen. Wenn Sie auf Ihrem Campingplatz keine finden, gibt es fast immer eine in der Nähe. In Ländern wie Spanien, der Tschechischen Republik, Polen, Slowenien und Kroatien ist das Angebot an Ladestationen noch nicht ganz so groß, aber es wird schnell ausgebaut.
Unser Elektroauto hat eine Reichweite von 625 Kilometern. Zumindest auf dem Papier. In der Praxis, unter normalen Bedingungen, sind es eher 500 bis 550 Kilometer. Mehr als genug, wenn man sich nur in den Niederlanden bewegt. Aber wenn Sie eine Strecke von 1.300 Kilometern zurücklegen müssen, dann müssen Sie als Elektrocamper schon ein wenig strategisch vorgehen. Schließlich muss man sich seine Route etwas genauer überlegen, als wenn man einfach einen Benzinschlauch anschließen kann. Bei manchen Menschen löst das durchaus ein mulmiges Gefühl aus. Etwas, das sogar schon einen Namen hat: Ladestress.
Kein Stress, Bierflasche: Die meisten Lade-Apps nehmen dir diesen Stress komplett ab. Ich selbst bin bereits ein Fan von Chargemap, Travelcard und der App von ANWB. Mit diesen Apps können Sie Ihre Route schnell und einfach planen: Geben Sie Ihren Startort ein, wählen Sie Ihr Ziel aus, wählen Sie Ihren Fahrzeugtyp und geben Sie an, zu welchem Prozentsatz Sie losfahren und ankommen möchten... die App berechnet alles für Sie. Sie möchten das Aufladen nicht nur als notwendiges Übel betrachten? Dann planen Sie Ladestopps, die sich auch lohnen. Eine schöne Stadt, ein schöner Aussichtspunkt oder ein netter Ort zum Mittagessen. Dann fühlt sich das Aufladen nicht mehr wie ein "Muss" an, sondern wie eine zusätzliche kleine Auszeit. Eine andere Idee ist, Übernachtungsplätze zu wählen, an denen es genügend Ladestationen gibt. Wenn Sie das geschickt anstellen, brauchen Sie unterwegs vielleicht kaum zu laden.
Zugegeben: Ein Mobilheim oder ein Glamping-Zelt scheint manchmal so teuer zu sein wie eine Safari in Botswana, anstatt auf einem Campingplatz in der Dordogne zu campen. Aber wenn man ein bisschen sucht, kann man tatsächlich noch Perlen finden. Unterkünfte auf kleineren Campingplätzen, die noch ein einfaches Campingleben bieten, sind oft erstaunlich günstig. Eine weitere gute Möglichkeit ist es, Ihre Campingausrüstung vor Ort zu mieten. Es gibt immer mehr Verleihfirmen, die Faltanhänger oder kleine Wohnwagen an Ihrem Urlaubsort anbieten. Wir haben es letztes Jahr in Kroatien erlebt: Sie fahren mit Ihrem Elektroauto zum Campingplatz - ohne Schlepperei und ohne zusätzlichen Verbrauch - und vor Ort wartet bereits Ihre Unterkunft auf Sie. Luxus ohne Schuldgefühle. Fällt es Ihnen immer noch schwer, sich von dem klassischen Campinggefühl zu lösen? Dann mieten Sie ein ausgestattetes Zelt mit einer kleinen Küchenzeile, damit Sie morgens trotzdem mit Ihrer eigenen Kaffeekanne kochen können. So haben Sie das Beste aus beiden Welten: den Komfort von heute mit einem Hauch von Nostalgie.
Ladesäulen sind manchmal der Frust der Nachbarschaft. Und das ist auf Campingplätzen wahrscheinlich nicht anders. Denn WIE oft passiert es nicht, dass ein Auto längst voll aufgeladen ist, aber trotzdem stundenlang stehen bleibt. Schrecklich. Voll heißt: entfernen. Das gilt auch für das Campen:
Gibt es nur wenige Ladestationen auf dem Campingplatz? Dann weiß die Rezeption in der Regel, was zu tun ist. Sie haben oft eine Karte mit öffentlichen Ladestationen in der Nähe, wo Sie auch hingehen können. Und hey, ein Ladeausflug ins Dorf ist gleich eine gute Ausrede für ein Eis oder eine schöne Tasse Kaffee.
Vielleicht das Beste am elektrischen Fahren: Man muss ab und zu anhalten. Schön und ruhig. Und das ist eigentlich genau das, was Urlaub sein sollte. Anstatt an einem Tag wie ein Verrückter nach Südfrankreich zu fahren, kann man jetzt einen kleinen Roadtrip daraus machen.
Angenommen, Ihr Ziel liegt tausend Kilometer entfernt. Anstatt fünfzehn Stunden zu fahren und einen steifen Rücken zu bekommen, könnten Sie die Reise auch aufteilen. Fahren Sie in vier Tagen dorthin und suchen Sie sich unterwegs immer einen schönen Campingplatz oder ein B&B, wo Sie sich abends in aller Ruhe erholen können. Im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Genießen Sie zehn Tage an Ihrem Zielort und dann vier Tage auf dem Rückweg mit noch mehr Zwischenstopps. Auf diese Weise sehen Sie unterwegs viel mehr von Europa, entdecken reizvolle Orte, an denen Sie sonst vorbeifahren würden, und der Urlaub beginnt eigentlich schon, wenn Sie losfahren. Ich spüre es schon, das könnte eine tolle Erfahrung werden!
Und ja, manchmal dauert das Laden etwas länger, als Ihnen lieb ist. Aber nutzen Sie diesen Moment, um wirklich eine Pause einzulegen. Ein Kaffee mit Blick auf eine Wiese, eine Partie Uno mit den Kindern, ein Spaziergang zu der französischen Bäckerei um die Ecke... es sind diese kleinen Momente, die den Urlaub erst richtig ausmachen. Und am Ende des Tages sitzen Sie unter Ihrer Markise oder Ihrem Vordach, ein Glas Wein in der Hand, das Auto voll beladen und die Abendsonne im Gesicht. Und dann denkt man: Eigentlich ist das gar nicht so verrückt. Das Campen mit einem Elektroauto ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man erst einmal den Rhythmus gefunden hat, gibt es einem - glaube ich - genau das, was einem das Campen schon immer gegeben hat: Freiheit, Ruhe und viele schöne Erinnerungen. Wir werden es im Sommer 2026 versuchen!