Wenn man den Titel dieses Artikels liest, könnte man meinen, dass Camping mit Freunden ein großes Drama ist. Dass es eigentlich zum Scheitern verurteilt ist und dass man befürchten muss, dass es mit dem gegenseitigen Umbau des (Vorder-)Zelts endet. Natürlich liest man im Internet auch die wildesten Geschichten darüber, wie ein Urlaub mit einem anderen Paar völlig aus dem Ruder laufen kann. Meine Erfahrung? Zelten mit Freunden macht viel Spaß! Gemeinsam eine Tasse Kaffee trinken, ein Glas Wein in der Abendsonne, während die Kinder am Strand spielen, oder mit der ganzen Bande von Außenseitern zum Abendessen gehen. Ich liebe es!
Ein großer Vorteil ist, dass wir die Freunde, mit denen wir regelmäßig in den Urlaub fahren, auf einem Campingplatz in Südfrankreich kennen gelernt haben. Nur sieben Tage standen wir nebeneinander, aber es hat sofort Klick gemacht. Auch zwischen den Kindern. Die Freundschaft blieb. Und zwei Jahre später beschlossen wir, zum ersten Mal wirklich zusammen zu fahren. Wie macht man so einen Campingurlaub als Freunde zum Erfolg? Lassen Sie mich meine wichtigsten Tipps* mit Ihnen teilen. Hier kommen sie!
So viel Spaß es auch immer zusammen macht, es kann ziemlich überwältigend sein, wenn man sich plötzlich zwei Wochen lang von morgens bis abends sieht. Inklusive aller Macken und Schrullen. Sind wir zu nah an den Lippen des anderen? Ich habe dann immer das Gefühl, dass ich den ganzen Tag aufmerksam und gesellig sein muss, auch wenn ich keine Lust habe. Dass ich immer lächeln, Kaffee anbieten oder ein Gespräch führen muss. Oder mich über das Wetter beschweren. Das ist nicht sehr entspannend. Ein bisschen mehr Abstand kann Wunder bewirken.
Wählt zum Beispiel ein paar Plätze oder ein weiter entferntes Feld. Dann sind Sie immer noch in der Nähe, haben aber den Platz, sich zurückzuziehen, wenn Sie oder Ihre Freunde das brauchen. So ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ihr euch auch nach dem Urlaub noch mögt. Außerdem: Willst du wirklich von deinen Freunden entdeckt werden, wenn du morgens dein Zelt auspackst? Mit ungekämmten Haaren, den Falten in der Haut und dem BH auf dem Kleiderständer? Auf keinen Fall ;-)
Manchmal ist es schwer zu erkennen, wann man etwas gemeinsam unternehmen will. Man möchte gemeinsam etwas unternehmen, sich aber auch nicht gegenseitig erdrücken. Flips Tipp: Planen Sie am ersten Abend auf dem Campingplatz zwei oder drei gemeinsame Unternehmungen, die Sie sowieso machen wollen, über den Urlaub verteilt. Dann können Sie sicher sein, dass Sie alle das Gefühl haben, gemeinsam unterwegs zu sein, aber nicht den ganzen Urlaub mit gegenseitigen Verpflichtungen vollstopfen. Und wahrscheinlich ergeben sich spontan noch viele andere schöne Momente. Grillen Sie gemeinsam, trinken Sie etwas oder sitzen Sie einfach am Pool.
Egal, wie gut man sich kennt und wie lange man schon befreundet ist, jeder hat seine eigenen Gewohnheiten, Wünsche und Bedürfnisse. Außerdem ist die Zeit mit der eigenen Familie unglaublich wichtig und wertvoll, denn in all den anderen Wochen des Jahres kommt man wahrscheinlich genug aneinander vorbei. Urlaub verbindet. Gemeinsame Zeit verbindet. Gemeinsam Spaß zu haben verbindet. Haben Sie also auch viel Spaß mit Ihrem eigenen Partner und Ihren Kindern (glauben Sie mir, sie machen oft sehr viel Spaß, wenn man sich die Zeit für sie nimmt ;-) ). Bitten Sie daher jeden in der Familie, mindestens eine Sache zu nennen, die er oder sie am liebsten tun würde, und vereinbaren Sie, diese Ausflüge ohne Ihre Freunde zu unternehmen.
Zwei volle Wochen zusammen zu sein, kann ziemlich intensiv sein. Egal, wie viel Spaß ihr zusammen habt, unbewusst könntet ihr anfangen, euch aneinander zu gewöhnen. Deshalb kann es klug sein, nicht den ganzen Campingurlaub mit Ihren Freunden zu verbringen, sondern nur einen Teil davon. Sagen wir, ihr wollt alle vierzehn Tage auf einen bestimmten Campingplatz fahren? Dann könntet ihr euch dafür entscheiden, eine Woche gemeinsam auf einem Campingplatz zu verbringen und den Rest des Urlaubs an einem anderen Ort zu verbringen. Entsteht trotzdem ein bisschen Ärger? Dann seid ihr euch in ein paar Tagen wieder los, sozusagen ;-)
Natürlich können wir alle so tun, als wären wir katholischer als der Papst, aber kleine Irritationen können auch in den besten Freundschaften auftreten. Vielleicht äußern Sie sie nicht einmal immer vor dem anderen, aber sie können auch Ihren Urlaub unter die Haut gehen. Seien Sie sich bewusst, dass dies alles mit Ihrer eigenen Einstellung zu tun hat. Wussten Sie nämlich, dass die meisten Ärgernisse nicht durch das Verhalten der anderen Person verursacht werden, sondern durch Ihre eigenen Erwartungen an die andere Person? Dass Sie sich ein bisschen ärgern, weil Sie die Dinge vielleicht anders machen oder handhaben würden? Leben und leben lassen und ohne Erwartungen leben. Vor allem, wenn Sie mit Freunden im Urlaub sind. Erwartungen führen meist nur zu Enttäuschungen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Lassen Sie sich gegenseitig Freiraum. Trauen Sie sich, bei einem Drink nein zu sagen, gehen Sie Ihren eigenen Weg, wenn Ihnen danach ist, und distanzieren Sie sich, wenn Sie das Bedürfnis haben.
* Zum Schluss noch ein kleiner Disclaimer, damit sich niemand angegriffen fühlt. Denn was für uns funktioniert, muss nicht unbedingt für jeden funktionieren. Manche fahren Jahr für Jahr gemeinsam in den Urlaub, verwandeln den Zeltplatz lieber für drei Wochen in ein gemeinsames Zeltlager (inklusive langer Tische, Lampenschnüre und Hütten aus Bierkästen) und verbringen jede Minute des Tages zusammen. Auch gut, jeder ist anders. Du magst das nicht? Dann sind die obigen Tipps wahrscheinlich sehr nützlich.