Es hat 41 °C, als wir auf unserem Campingplatz in Frankreich ankommen. Kein Scherz, 41 °C. Eigentlich nicht machbar. Die Aussicht, ein Vorzelt und ein zusätzliches Zelt aufstellen zu müssen, und die Autopanne, die mir noch frisch im Gedächtnis ist, machen mich ein wenig verrückt. Zum Glück kommen sofort drei kräftige Holländer angerannt, um uns zu helfen, unseren Wohnwagen an seinen Platz zu fahren. So. Er ist an seinem Platz. Jetzt erst einmal eine Flasche kaltes Wasser trinken und dann schnell das Vorzelt aufstellen. Ein Kinderspiel.
Nun, dieses Ei entpuppte sich plötzlich als ein ziemliches Spiegelei, denn obwohl wir das Vorzeltdach mit dem Sehnensaum sauber durch den Schlitz am Wohnwagen geschoben hatten, brach eine der Zeltösen ab. Das war's also. Mit einer Deichselkiste voller eigenartiger Campingausrüstung, aber genau das braucht man nicht. Also keine zusätzlichen Zeltösen. Übrigens ist eine Zeltöse - falls Sie es nicht wissen - die Öse am Wohnwagen, in die man die Zeltstange einhängt, um Vorzelt und Wohnwagen zu verbinden. Ziemlich wichtig.
"Haben wir Klebstoff dabei? Starken Kleber?", frage ich Wouter. Keine Ahnung, ob er etwas ausrichten kann, aber hey... wir können es ja mal versuchen. Unsere jüngste Tochter kommt mit aller Liebe, die sie hat, mit einem Pritt-Marker angerannt. Es tut fast weh, diesem süßen Gesichtchen zu sagen, dass das zwar superfeiner Kleber ist, aber leider nicht stark genug dafür. Einfach nicht. Ich bin von Natur aus ziemlich lösungsorientiert und habe normalerweise die genialsten Ideen, um etwas wieder zum Laufen zu bringen, aber jetzt ist mein Gehirn buchstäblich am Ende.
Seil spannen und die Schläuche daran befestigen? Die Schläuche an einer anderen Stelle befestigen? Aber nichts scheint dieses Problem zu lösen. Bah. "Mutti, gehen wir jetzt schwimmen? Mir ist so heiß!", sagt Nine mit rotem Kopf voller Schweißperlen. "So Mädchen. So. Nur ein bisschen mehr Geduld." Fair ist fair, nach der Panne auf der Straße, diesem Rückschlag und den heftigen Kopfschmerzen wegen der Hitze bin ich selbst mit meiner Geduld am Ende. Seufzend setze ich mich auf die Stufen des Wohnwagens. "Pffff, dann nehmen wir eben unser ausrollbares Vordach, mein Schatz. Ein bisschen klein, aber so ist es nun mal."

Aber Camper sind eben Camper. Hilfsbereit, rücksichtsvoll und immer mit einer voll beladenen Deichsel mit Gerümpel, das nie für einen selbst nutzbar ist. Aber. So kann man anderen helfen, wenn man ein bisschen Glück hat. Zwei Nachbarn haben unseren Kampf mit den Zeltösen gesehen und kommen sofort mit einer Lösung angerannt. Der eine hat so genannte Quick-Lock-Halterungen, die man an der zweiten Sehnennaht (die wir zum Glück haben!) des Vorzeltes anbringen kann, der andere hat zwei exakt gleiche Zeltösen wie an unserem Wohnwagen. "Jetzt mach die Quick-Lock-Dinger schön fest", sagt der eine Nachbar, "dann kannst du den anderen zu Hause ersetzen." Ehrlich gesagt, weise ich darauf hin, dass wir später als sie abreisen. "Das macht nichts, Mädchen, wir benutzen sie sowieso nicht mehr. Ihr könnt sie behalten!"
Es stellt sich auch heraus, dass der andere Nachbar die von ihm mitgebrachten Zeltaugen nicht braucht und wir sie für zu Hause behalten können. Was für Helden, ich fühle mich in diesem Moment so furchtbar glücklich. Wir fragen höflich nach einer Entschädigung, die wir ihnen geben können, aber sie wird sofort abgewunken. "Nichts davon. Habt einfach Spaß damit!" Trotzdem können wir nicht widerstehen, mit ein paar Sixpacks Bier unsere Schulden ein wenig zu tilgen.

Nach drei wunderbaren Urlaubswochen schrauben wir die fixen Zeltaugen auf unserem Schlepper zu Hause fest. Mit einem weiteren großen Dankeschön schicke ich den Besitzern eine weitere Nachricht. Einfach nur glücklich und dankbar, dass es solche Menschen noch gibt. Dank ihnen können wir unser Vorzelt auch in den nächsten Jahren weiter nutzen. Ein Zeltbein ist zwar immer ein bisschen ärgerlich, aber wir werden es wieder ersetzen müssen. Das große Problem ist allerdings, dass diese Art von Gestell nicht mehr erhältlich ist, so dass wir auf ein neues Gestell oder gar ein neues Vorzelt angewiesen sind.

Aber das ist eine Sorge für später. Denn kürzlich wurde ich von Campingzoeker gefragt, ob ich ein Vorzelt von Campooz testen und rezensieren möchte. "Haben die denn auch Vorzelte für Wohnwagen?", fragte ich erstaunt. "Sicher haben sie Vorzelte für Wohnwagen. Sogar sehr schöne!" Ich kenne Campooz schon seit einiger Zeit von ihren schönen Faltanhängern. Konzipiert von Leuten, die tatsächlich mit einer solchen Campingausrüstung campen und daher genau wissen, was einem als Camper mit einem Anhängerzelt wichtig ist.
Und so haben sie scheinbar mit diesem Gedanken im Hinterkopf Wohnwagenvorzelte entwickelt. Leicht, in der Farbe, die zu Ihrer Campingausrüstung passt und super einfach aufzubauen. Ich bin schon ganz aufgeregt. Und unheimlich neugierig. Denn nach diesem Test möchte ich vielleicht nie wieder ein normales Vorzelt haben. Zu Pfingsten wird das Vorzelt nach Katwijk aan Zee gebracht, so dass Sie meinen Bericht kurz danach erwarten können. Auf Wiedersehen!