Mein allererster Blog für Campingzoeker handelte von unserem Jamet Dakota. Obwohl wir mehr als stolz waren, als wir dieses Anhängerzelt kauften, zog ich es vier Jahre später vor, es abzufackeln. Und warum? Nun, wir haben schon für den Aufbau mindestens einen halben Tag gebraucht und für das Auspacken von Kleidung, Handtüchern, Küchenutensilien und Badesachen noch einmal einen halben Tag.
Und dann auf dem Rückweg wieder in umgekehrter Reihenfolge. Das hat mir wirklich ein paar Tage meines Urlaubs verdorben. Zum Glück sind Wohnwagenzelte heutzutage viel einfacher aufzustellen, aber wir haben uns schließlich für einen Wohnwagen entschieden. Und trotz aller Urteile um uns herum habe ich es bis heute keine Sekunde lang bereut.
"Mensch, du gehst doch nicht mit einem Wohnwagen campen, oder? Mit einem von diesen spießigen Wohnwagen? Mit so einem kann man nur 80 fahren, wo soll man da anfangen?" Dieser Kauf hat in unserer Nachbarschaft Staub aufgewirbelt. Ich habe mir nie viel daraus gemacht, aber es hat die Leute ziemlich beschäftigt, um es mal so zu sagen. Schließlich glauben die Leute, die noch nie in einem Wohnwagen gezeltet haben, genau zu wissen, wie das ist.
Es stimmt zwar, dass man meist nur 80 oder 90 fahren kann, aber ich habe es im Urlaub (zum Glück!) nie eilig. Wir machen die Reise zum Urlaub und fahren in aller Ruhe in den Süden. Und die Sache mag zwar ziemlich spießig sein, aber sie verschafft uns einen riesigen Batzen zusätzlichen Urlaubsspaß. Neugierig, warum? Dann lesen Sie weiter.
Alles - wirklich alles - hat einen festen Platz, sobald man das Haus verlässt. Und das hat mich als Kind so glücklich gemacht. Die Handtücher liegen in einem Schrank bereit, jeder hat sein eigenes geordnetes Fach mit Kleidung und Unterwäsche, die Küchenutensilien sind alle einsatzbereit in den Klappschränken über der Küchenzeile... bereit zum Leben und Genießen. Ganz anders als in einem Zelt oder Faltanhänger, wo man zu Hause erst alles in Taschen und Kisten für den Transport packen und dann auf dem Campingplatz wieder auspacken muss. Das war's dann mit der schönen Zeit. Jedem das Seine, natürlich, aber ich freue mich immer noch viel mehr über gut gepackte Schränke, in denen alles griffbereit ist.
Südfrankreich ist unser liebstes Urlaubsziel im Sommer. Bereit zur Abfahrt? Dann fahren wir am 1. Tag meist rund 500 Kilometer und suchen uns am Nachmittag einen gemütlichen kleinen Campingplatz. Bevor wir die Autobahn verlassen, werden wir dann meist von ein paar müden Verkäufern in ihren Leasingwagen überholt, weil sie es eilig haben. Und dann freue ich mich immer doppelt über unsere Do-it-yourself-Camping-Einstellung. Was für ein Segen.
Als wir an unserem Übernachtungsplatz ankommen, checke ich in meinem besten Französisch ein, wir breiten die Beine aus, stellen Stühle und Tisch nach draußen, trinken, essen, die Kinder können spielen oder schwimmen... sofortiges Urlaubsgefühl. Am nächsten Tag fahren wir mit der gleichen Gelassenheit weiter. Und nehmen weitere 400-500 Kilometer oder so in Angriff, je nachdem, worauf wir Lust haben. Tag 3 ist der kürzeste, wir kommen pünktlich an unserem Ziel an.
Das Anbringen der Markise ist so schön und schnell. Was für eine Erleichterung war das beim ersten Mal. Um ehrlich zu sein, liegt es auch daran, dass wir normalerweise nur das Gestell und das Dach aufstellen. In Südfrankreich sind es oft dreißig Grad oder mehr, und ein geschlossenes Vorzelt wird schnell zur finnischen Sauna, in der man, wenn man nicht aufpasst, fast keinen Sauerstoff mehr hat. Aber selbst wenn wir das ganze Bündel aufstellen, geht es schnell. Und das Gute ist... wenn wir keine Lust haben, das Vorzelt aufzubauen, besteht keine Gefahr, dass wir über Bord gehen. Wir haben vier Schlafplätze im Inneren, es muss also nichts gemacht werden. Und die ausrollbare Markise auf dem Dach ist in diesem Fall ein toller Back-up-Plan ;-)
Ich muss nachts immer raus, um zu pinkeln. Immer. Das ist verdammt nervig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man dann allein über einen schlecht beleuchteten Campingplatz laufen muss (Schrecklich 1) und zu einem französischen Toilettenhäuschen voller blinkender Lichter, summender Mücken, wimmelnder Ohrwürmer und baumelnder, viel zu großer Spinnen (Schrecklich 2). Allein der Gedanke daran macht mich so nervös, dass ich schon beim Gedanken daran pinkeln muss. Und wenn ich zurückkomme? Dann schlafe ich nie wieder.
Weißt du, was das Schöne an einem Wohnwagen ist? Die Toilette an Bord! Beine über die Bettkante, im Halbschlaf, Türchen neben mir öffnen, ohne Schnurren pinkeln, Türchen wieder schließen und weiterschlafen. Ich liebe es! Und selbst das morgendliche und abendliche Zähneputzen kann an Bord erledigt werden. Ideal, auch mit den Kindern.
Und nicht zuletzt: das Bett. Denn Schlaf... den mag ich doch ganz gerne, wenn ich ehrlich bin. Gut schlafen heißt schließlich auch, genug Energie zu haben, um den Tag zu genießen. Und deshalb schlafe ich gerne in einem schönen Bett. Nicht auf einer dünnen Eiermatratze, nicht auf einer Luftmatratze, nicht auf einer dieser dünnen, flauschigen Matratzen, sondern einfach auf einer schönen Matratze. Und auch dafür ist in einem Wohnwagen gut gesorgt. Wir gehen zwar nicht so weit, dass wir eine richtige Matratze für ein richtiges Bett mitschleppen, aber eine Wohnwagenmatratze ist schon recht bequem. Und für mich macht es den Unterschied aus, ob ich wie Dornröschen aufwache oder wie Godzilla ;-)
Denken Sie auch über den Kauf eines Campinggeräts nach? Schwanken Sie noch zwischen einem Zelt, einem Anhängerzelt und einem Wohnwagen? Bringen Sie die Vor- und Nachteile in eine Reihenfolge. Die ersten fünf Pluspunkte für den Wohnwagen habe ich Ihnen bereits genannt, aber natürlich hat jedes Campinggerät seine Vor- und Nachteile. Die übrigens auch sehr persönlich sind (vielleicht lieben Sie es einfach, auf einer Isomatte zu schlafen). Wir genießen unser kleines Haus auf Rädern wie verrückt. Und ich gönne Ihnen dieses Vergnügen auch, egal für welches Häuschen Sie sich entscheiden. Auf in den Sommer!