Camping ist für viele Menschen das beste Mittel, um neue Energie zu tanken. Vom Zwitschern der Vögel geweckt werden, Kaffee an der frischen Luft kochen und abends noch ein wenig die Sterne betrachten, während der Rest des Campingplatzes langsam zur Ruhe kommt. Herrlich. Doch so idyllisch das auch klingen mag, technisch gesehen hat sich die Welt ziemlich weiterentwickelt. Die Dinge sind einfacher geworden. Denken Sie an Google Maps, mit dem Sie im Handumdrehen den richtigen und schnellsten Weg zum Campingplatz finden, ohne mit einer unmöglich großen Landkarte auf dem Schoß herumhantieren zu müssen. Und ein bisschen technische Hilfe kann das Campingleben auch ein kleines bisschen einfacher machen.
Lass mich eines gleich klarstellen: „Cleveres Campen“ ist für mich nicht gleichbedeutend damit, übertriebenen Luxus mit ins Zelt zu schleppen. Zwei Fernseher, eine hippe Espressomaschine und drei Bildschirme mitnehmen? Völlig überflüssig, wenn du mich fragst (es sei denn, es macht dich natürlich zutiefst glücklich). Ich spreche vor allem von cleveren Hilfsmitteln, die deinen Urlaub ein bisschen angenehmer oder einfacher machen. Denk an Dinge, die Zeit sparen, den Komfort erhöhen oder sicherer sind. Oder die einfach für weniger Stress sorgen. Neugierig geworden? Lies schnell weiter für praktische Tipps.
Campen ohne Strom. Das ist fast nicht mehr machbar. Man möchte sein Handy aufladen, Essen und Getränke in einer Kühlbox kühl halten oder seinen E-Reader wieder aufladen. Wir sind so an Strom gewöhnt, dass wir uns ein Leben ohne ihn kaum noch vorstellen können. Eine tragbare Powerstation kann da ideal sein, um sie mitzunehmen. Das ist eigentlich eine große, intelligente Batterie mit mehreren Anschlüssen, an die du deine Geräte anschließen kannst. Viele Modelle haben Steckdosen, USB-Anschlüsse und manchmal sogar einen Anschluss für Solarmodule. Eine solche Powerstation eignet sich zum Beispiel perfekt für:
Okay, zwei Dinge. Auf manchen Campingplätzen braucht man meeeeeeeeterlange Verlängerungskabel, um an die Steckdose zu kommen. Und: Immer öfter muss man auf Campingplätzen den Stromverbrauch nachträglich bezahlen. Für beide Situationen sind mobile Solarmodule die ideale Lösung. Man klappt sie neben dem Zelt oder Wohnmobil auf, schließt sie an die Powerstation an und die Sonne erledigt den Rest. Nun funktioniert das in den Niederlanden manchmal auf dem Papier etwas besser als in der Praxis, aber auch hier lassen sich prima Ergebnisse erzielen. Aber im Süden Europas ist es natürlich einfach ein großes Solarstromfest. Stell dir das mal vor: Du liegst gemütlich in deiner Hängematte und liest ein Buch, während die Module neben dir kontinuierlich Strom erzeugen. Strom, den du anschließend nicht an der Rezeption bezahlen musst. Schön, oder? Ich verstehe gut, dass diese Solarmodule bei Campern immer beliebter werden.
Die meisten Campingplätze sind (zum Glück) nicht mit grellen Straßenlaternen übersät. Wenn du also abends ein Spiel spielen oder ein Kreuzworträtsel lösen möchtest, brauchst du eine Beleuchtung. Auch das geht heutzutage auf dem Campingplatz clever und energiesparend. Denk dabei an wiederaufladbare Laternen (ich habe selbst eine von Fatboy, ein echtes Highlight!), LED-Stimmungslichter, Solar-Lichterketten und kompakte Leselampen. Auch Stirnlampen sind bei Campern beliebt. Ganz ehrlich: Ich habe die Leute, die sie trugen, manchmal ausgelacht, weil es natürlich nicht besonders gut aussieht. Bis ich einmal mitten in der Nacht mit meiner Toilettenpapierrolle unter dem Arm über einen dicken Stein stolperte und fast flach auf dem Gesicht landete. Da dachte ich: Die Typen mit so einer Stirnlampe sind Visionäre!
Dein Smartphone ist vielleicht das cleverste Gerät, das du besitzt. Vor allem, wenn du die richtigen Apps darauf hast. Hier sind einige nützliche App-Kategorien für Camper (die meisten sind allerdings kostenpflichtig, um optimal zu funktionieren):
Zum Wandern, Radfahren und für schöne Umwege, auf die Google Maps nie kommen würde. Denk zum Beispiel an die App Komoot, die dir die schönsten Wander- und Radrouten zeigt, die du ganz an dein Niveau anpassen kannst. Überall auf der Welt.
Wetter-Apps sind natürlich unverzichtbar. Nicht einmal so sehr für jeden einzelnen Moment des Tages, sondern eher für die Planung von Ausflügen. Die plane ich zum Beispiel gerne an den „weniger schönen Tagen“. Da ist es sehr praktisch, ein wenig vorauszuschauen. Eine App, die weniger bekannt, aber sehr zuverlässig ist, ist Windy. Die nutzen zum Beispiel auch Fallschirmspringer oft, um einzuschätzen, ob sie „springen“ können.
Das macht auch mit Kindern richtig Spaß. Mit der App „Night Sky“ zum Beispiel richtest du dein Handy auf den Himmel und entdeckt gemeinsam die Sterne, Sternbilder und Planeten. Das macht an klaren Abenden besonders viel Spaß.
Die Internetabdeckung ist an vielen Orten der Welt hervorragend. Aber bei weitem nicht überall. Deshalb kann es praktisch sein, schon vor dem Urlaub Offline-Karten zu installieren. Ich selbst habe diese noch nie nutzen müssen, aber ich habe Gutes über die Apps Maps.me und HERE WeGo gehört. So kannst du sicher sein, dass du dich nirgendwo mehr verirrst.
Auch Lade-Apps sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Damit sieht man schnell, wo man das Auto aufladen kann und mit welcher Geschwindigkeit. Ich selbst bin ein großer Fan der Travelcard-App, da sie mit meinem Ladestecker verbunden ist. So sehe ich nicht nur, wo sich Ladestationen befinden, sondern auch, wo ich mit meinem eigenen Ladestecker aufladen kann, ohne weiteren Aufwand. Auch die Fastned-App und Chargemap finde ich sehr praktisch. Jede App hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Auch beim kulinarischen Camping gibt es noch einiges an technischen Verbesserungen zu erzielen. Dafür braucht man übrigens keineswegs eine hochmoderne Küche, sondern lediglich ein paar praktische Hilfsmittel, die wenig Platz beanspruchen. Zum Beispiel:
Ich sage oben zwar „notwendig“, aber eigentlich brauchst du nichts aus dieser Liste wirklich. Deine Nudeln bekommst du nämlich auch auf einem Gasbrenner prima gar. Genauso wie dein Topf mit Wasser. Und eine einfache Tasse Kaffee reicht auch völlig aus. Aber wenn du ein Camping-Gadget-Freak bist, sind diese Dinge wirklich top.
Die Auswahl ist natürlich riesig. Denn die Liste der Optionen oben ist noch lange nicht vollständig. Die Gefahr bei Gadgets besteht daher darin, dass man immer mehr mitnehmen möchte. Und ehe man sich versieht, hat man eine Campingausrüstung, um die ein Elektronikgeschäft einen beneiden würde. Wähle daher – im Sinne des bewussten Konsums – nur das, was du wirklich nutzt, und nimm keine Geräte „für alle Fälle“ mit. Ein Basisset könnte zum Beispiel bestehen aus:
1. eine kompakte Powerbank
2. ein mobiles Solarmodul
3. eine gute wiederaufladbare Laterne
4. eine Powerbank
5. eine praktische Wetter-App
6. Offline-Karten
7. ein wiederaufladbarer Bluetooth-Lautsprecher für ruhige Hintergrundmusik (ganz ruhig, Leute)
Damit hast du Komfort, Bequemlichkeit und Atmosphäre, ohne dass dein Auto halb mit Technik vollgestopft ist. Aber mit diesem kleinen Set auf deinem Campingplatz bist du natürlich total hip und trendy 😉