Irgendwann im November 2023 lag ich nachts wach und dachte... 'Hilfe, wir fahren nächsten Sommer mit einem Jugendlichen zum Zelten! Und jetzt geht es nicht so sehr um den Jugendlichen selbst, denn der ist im Allgemeinen ganz erträglich, sondern um veränderte Urlaubswünsche. Denn ein Fluss, an dem man Dämme bauen kann, ist für Sechsjährige ein großer Spaß, aber den durchschnittlichen Heranwachsenden interessiert das offensichtlich nicht mehr. Genau wie Spielplätze. Oder ein Bastelverein. Also gab es nur eines zu tun: Wir mussten unsere kollektiven Ferienwünsche in einen Topf werfen, sie durcheinander bringen und zu einem neuen Gesamtbild formen. Und das ist uns gelungen. Wie das geht? Lesen Sie hier meine 5 Tipps für eine gelungene Urlaubsbuchung mit Ihrem Jugendlichen.
Eigentlich sollte man sie Teenager nennen, habe ich manchmal gelesen, denn sie selbst finden das Wort pubertär geradezu beleidigend. Da haben sie nicht ganz unrecht, denn natürlich verwenden auch wir das Wort pubertär vor allem in der Nähe von Wörtern wie faul, nervig und frech. Nicht gerade positiv. Wie dem auch sei, man muss die Teenager also ernst nehmen und ihre Wünsche wertschätzen. Und sie deshalb auch bei der Buchung eines Campingplatzes aktiv einbeziehen. Übrigens muss man seine eigenen Wünsche nicht beiseite schieben, dazu gleich mehr, aber in der Regel können ihre Wünsche mit den eigenen koexistieren. Wir möchten zum Beispiel einen nicht zu großen Campingplatz buchen, sie möchte Kontakt zu Gleichaltrigen. Wir mögen natürliches Wasser, sie möchte auf jeden Fall ein Schwimmbad. Das eine schließt das andere in der Regel nicht aus. Machen Sie also eine Liste mit den Wünschen aller Familienmitglieder und machen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Teenager auf die Suche nach einem geeigneten Campingplatz.
Haben Sie gemeinsam eine schöne Region ausgesucht? Und vielleicht eine Top-3-Liste von Campingplätzen erstellt? Dann schauen Sie sich an, was es in der Nähe zu unternehmen gibt. Vielleicht möchte einer von Ihnen Kanu fahren, ein anderer klettern und wieder ein anderer möchte einen schönen Markt oder eine historische Stadt besuchen. Ist es möglich, all das in der Nähe Ihrer Top 3 zu tun? Oder hebt sich ein Campingplatz sogar deutlich von den anderen ab? In letzterem Fall haben Sie Bingo. Und ansonsten müssen Sie zur Freude aller vielleicht noch ein bisschen weiter suchen.
Teenager brauchen im Urlaub außer ihrem Smartphone nicht viel. Was sie aber brauchen, sind Gleichaltrige. Letztes Jahr haben wir schon in den ersten Tagen gemerkt, wie mürrisch ein Fast-Pubertierender wird, wenn er sich nicht mit Gleichgesinnten treffen kann. Doch wie kann man herausfinden, ob es auf dem Campingplatz der Wahl Gleichgesinnte gibt? Am einfachsten ist es, einen Campingplatz zu buchen, von dem man gehört hat, dass es dort viele Teenager gibt. Die andere Möglichkeit? Lesen Sie Bewertungen. Auch wenn diese manchmal mit Vorsicht zu genießen sind ("Gerda aus Dalfsen gibt dem Campingplatz eine 3, weil die Pizza zum Mitnehmen nicht heiß genug war"), können Sie damit oft herausfinden, ob sich der Campingplatz hauptsächlich an jüngere Kinder richtet oder ob es auch viele ältere Kinder gibt. Und mit einem Heranwachsenden in Ihrer Reisegruppe ist das wertvoller als ein eiskaltes Bier an einem sonnigen Tag.
Obwohl die meisten Jugendlichen denken, dass sich die ganze Welt um sie dreht, ist das wirkliche Leben ein bisschen anders. Manchmal erlebe ich in meinem Umfeld, dass 14-Jährige komplett darüber entscheiden, wie die Ferien in diesem Jahr verlaufen werden. Und wie gesagt, man muss die Wünsche seines Teenagers wirklich berücksichtigen, aber das heißt nicht, dass die eigenen Wünsche völlig auf der Strecke bleiben müssen. Schließlich sind Sie gemeinsam im Urlaub und müssen, wie im übrigen Leben auch, aufeinander Rücksicht nehmen. Zum Beispiel: Sie ein Zugeständnis, sie ein Zugeständnis. Sie fahren auf diesen etwas zu großen Campingplatz mit drei Swimmingpools und vier Rutschen, aber Sie fahren auch zu dieser historischen Stätte und besuchen drei Kirchen. Oder ihr fahrt auf einen Campingplatz mit einer Disco, aber dann auch in die Nähe des Mittelmeers, wo Mama gerne hinfahren würde. So etwas in der Art.
Du darfst eines nicht vergessen: Teenager sind schlau und gerissen. Das Einzige, was Sie vermeiden müssen, ist, sich allein für einen Campingplatz zu entscheiden, denn Sie können sich jetzt schon sicher sein, dass Sie die Schuld bekommen, wenn alles schief geht. Ihr seid dann zwei Wochen lang aufgeschmissen und alle 336 Stunden werden von eurem 13-jährigen Schatz ruiniert. Also: Entscheiden Sie gemeinsam, welchen Campingplatz Sie wählen, dann sind Sie gemeinsam für die Wahl verantwortlich. Und vielleicht, nur so als Tipp, ist es gar nicht so verrückt, einen unterschriebenen Vertrag aufzusetzen ;-)
Für uns ist es dieses Jahr die Camargue in Südfrankreich geworden. In der Nähe von Arles für den Papa, Flamingos beobachten und die Rutsche runterrutschen für den Jüngsten, Aigues mortes und das Mittelmeer vor der Haustür für die Gänsemutter und jede Menge Schwimm- und Wassersportmöglichkeiten für die Frau Heranwachsende. Ich glaube, die oben genannten Tipps haben uns zu einem kleinen Paradies geführt. Ein Ort, der uns alle glücklich macht. Und was werden Sie diesen Sommer tun?