Ich bin immer neidisch auf die Posts, die ich auf Facebook oder Instagram von Campern sehe, die zu Ostern campen gehen! Es ist wieder erlaubt, also gehen sie! Schöne Fotos von Orten, an denen ich auch gerne gewesen wäre. Auch wenn die Sonne schwach ist. Oder von einem Lagerfeuer, umgeben von in Decken eingewickelten Menschen. Harte Kerle, denke ich! Andererseits, wenn es an diesen Tagen in Strömen regnet, schauen wir uns an und sind froh, dass wir es zu Hause warm und trocken haben.
Wir fahren meistens im Mai zum ersten Mal irgendwohin, und selbst dann müssen die Wettervorhersagen gut sein. Es ist vor allem die Feuchtigkeit, die dann noch in der Luft liegt, die mir die Freude nimmt: Abends hält man sich deshalb nicht lange draußen auf, und außerdem muss ich wegen der Feuchtigkeit auch öfter als sonst auf die Toilette gehen. Solange oder sobald es also am frühen Abend klamm ist, lassen wir den Faltanhänger eine Weile im Schuppen stehen. Denn von 20 Uhr bis zum Schlafengehen in dem 2,10 x 2,20 Meter großen Wohnraum zu sitzen, fühlt sich dann doch etwas beengt an.
Wir brauchen das schön glatte, offene Trekking-Vorzelt einfach für das Raumgefühl, die Weite. Außerdem: Wenn es morgens wegen der Kälte noch feucht ist, mag ich auch nicht zum Frühstück draußen sitzen. Außerdem kriegen wir den Zeltstoff nicht rechtzeitig trocken. Und wir haben keine eigene Einfahrt: Zu Hause trocknen ist keine Option. Und das bedeutet in meinem Fall: Stress. Und trotzdem bin ich ein bisschen neidisch auf die frühen Camper.
Übrigens, mit einem heißen Sommer in Südeuropa während der Hauptsaison werden Sie uns nicht glücklich machen. Sobald das Thermometer über sechs/acht Grad steigt, verwandle ich mich in einen toten Vogel. Meine ganze Energie verschwindet, ich schleiche von Schattenplatz zu Schattenplatz. Es ist, als ob ich die gespeicherte Wärme nicht mehr loswerde, mein Kopf wird knallrot: je höher die Temperatur, desto geringer mein sonniges Gemüt. Und das Geschäftliche? Nichts, nada, nakkes! Das einzige, was ich dann schön finde, sind die Abende: Man läuft lange in der Badehose herum, hängt mit den dringend benötigten Getränken ab. Aber ob das das Campingglück ausgleicht?
Das erste Mal waren wir vor einigen Jahren aus familiären Gründen in Südfrankreich. Mein Vater war in jenem Jahr gestorben, und meine Mutter fühlte sich besonders einsam, weil sie in den Niederlanden allein gelassen wurde, während alle ihre Kinder und Freunde im Urlaub waren. Also machten wir uns auf den Weg zu dem Campingplatz, auf dem mein Bruder schon seit Jahren im Sommer zeltet und auf dem es auch eine Wohnung zu mieten gab (lesen Sie auch: Camping, von wem haben die das??).
Also eine Woche mit Bruder, Schwester, ihren Partnern und Kindern und unserer Mutter. Ein sehr gemütlicher, hauptsächlich holländischer Campingplatz am Ufer des Flusses Cèze. Die Temperatur lag tagsüber bei etwa vierzig Grad! Als ob ich gegrillt würde!!! Ich war kein gutgelauntes Mädchen mehr, sondern eine Zicke erster Klasse. Selbst die Gesellschaft meiner geliebten Schwester verbesserte meine Laune nicht. Nichts mochte ich! Nur der kleine Fluss, der neben dem Campingplatz floss, belebte mich wieder: ganze Tage verbrachte ich dort mit dem Enkel meines Bruders!
Abends bin ich auch darin geschwommen: alles, um mich abzukühlen. Und am Fußende unseres Bettes stand ein großer Ventilator, um uns nachts abzukühlen. Mein Freund hat eine Sonnenallergie und wenn die Temperatur zu hoch wird, bekommt er überall Beulen. Die halten ihn vom Schlafen ab, weil es sehr juckt!
Sie verstehen also unsere Vorliebe für kühlere Länder wie England, Dänemark und vor allem die Bretagne. Genauso weit weg wie Südfrankreich, aber mit niederländischen Temperaturen. Übrigens, wenn es in den Niederlanden heiß ist, ist es auch in der Bretagne heiß. Allerdings sind die Strände dort viel weniger überfüllt (was will man auch, wenn alle in den Süden fahren?), die Küstenlinie ist viel zerklüfteter und hat einen ganz anderen Reiz. Das Meerwasser ist blauer. Dass wir uns einmal für die CampooZ Fat Freddy Limited Edition entschieden haben, war ganz bewusst (lies auch: Blau in allem). Davor hatten wir eine Version mit traditionellen Farben, aber unter dem grauen Dach war es uns tagsüber viel zu heiß. Der LE hat ein helles Dach ergo weniger Hitze.
An manchen kalten Abenden sitzen wir drinnen, mit einem kleinen elektrischen Heizgerät und einer Decke über den Beinen, und das ist auch sehr gemütlich. Da würde ich mir fast die Schuhe anziehen und anfangen zu singen.