Insgeheim beginnen bei uns die Sommerferien schon Monate vor unserer Abreise. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Sommerferien kommen uns schon wieder wie eine Ewigkeit vor, und draußen herrscht herrliches holländisches Herbstwetter. Zeit, den nächsten Urlaub zu planen. Oder na ja, das ist jedenfalls immer der Plan. Mal sehen, ob es dieses Jahr klappt. Denn wir nehmen uns jedes Jahr vor, bereits im September einen Urlaub für den nächsten Sommer zu buchen, aber in der Praxis läuft das meistens etwas anders. Das Ergebnis ist, dass wir irgendwann in den Weihnachtsferien mit leichtem Buchungsstress vor dem Laptop sitzen. Aber sobald der Campingplatz dann gebucht ist, kann die Vorfreude beginnen. Und glaub mir: Damit können wir uns monatelang vergnügen.

Beim Anblick wunderschöner Naturbilder zu träumen, ist ebenfalls eine Vorfreude

Beim Betrachten wunderschöner Naturbilder in Träumereien zu versinken, ist ebenfalls ein Vorfreudenmoment

Zuerst den perfekten Campingplatz finden (und das ist gar nicht so einfach)

Wenn man jahrelang nach Campingplätzen sucht, wird man im Grunde ein bisschen weiser. Und deshalb haben wir inzwischen beschlossen, dass wir nie wieder einfach so ins Blaue hinein suchen werden. Denn ehe man sich versieht, vergleicht man schon Campingplätze in Frankreich, Slowenien, Österreich und Italien miteinander, obwohl man noch gar nicht weiß, wohin man eigentlich fahren möchte. In der Vergangenheit haben wir Dutzende von Abenden mit solchen ziellosen Aktivitäten verschwendet. Unsere Strategie lautet daher heute: Zuerst ein Land und eine Region auswählen, und erst danach suchen wir einen Campingplatz, der zu uns passt. Klingt übersichtlich, oder? Doch auch dieser nächste Schritt ist alles andere als einfach. Denn was macht einen Campingplatz für uns eigentlich perfekt?

Die Camping-Wunschliste

Die Natur steht ganz oben auf der Liste (für mich jedenfalls – für die Kinder ist es WLAN). Am liebsten mit Naturgewässern in der Nähe, wie einem Fluss, einem See oder dem Meer. Ein Ort, an dem wir schwimmen, spazieren gehen, die Landschaft genießen und vor allem einfach draußen sein können. Aber auf unserer Wunschliste ist noch etwas hinzugekommen: ein gemütliches Städtchen in Laufnähe. Jetzt, wo die Mädchen älter sind und abends etwas länger (die eine sogar länger als ich selbst) aufbleiben können, finden wir es herrlich, nach einem Tag im Freien noch gemeinsam auf einer Terrasse zu sitzen. Ein bisschen herumschlendern, irgendwo ein Eis essen und kitschige Souvenirläden durchstöbern. Aber diese Kombination ist nicht immer so leicht zu finden. Ein schöner Campingplatz mitten in der Natur ist oft fantastisch, aber das nette Dörfchen liegt dann wieder zwanzig Minuten Fahrt entfernt. Das ist mittlerweile wirklich ein Ausschlusskriterium. Dann sind da noch die Stellplätze. Wie die Sardinen in der Büchse gedrängt zu sein, ist nicht so unser Ding, wir haben lieber etwas Platz. Ja, und dann ist da noch das Budget. Leider ist der Topf mit dem Urlaubsgeld nicht unbegrenzt, deshalb wollen wir das Gefühl haben, dass wir unser Geld gut ausgeben. Der billigste Campingplatz muss es wirklich nicht sein, aber wir wollen schon das Gefühl haben: „Ja, das war es wert“. Tja. Rechnet man all diese Wünsche zusammen, versteht man, warum es manchmal eine Weile dauert, bis wir buchen.

Sich über interessante Sehenswürdigkeiten in der Umgebung informieren

Sich über interessante Sehenswürdigkeiten in der Umgebung informieren

Wouter sucht, ich finde den perfekten Ort

Das Schöne daran ist, dass wir diese Suche wirklich gemeinsam durchführen. Wouter ein bisschen mehr als ich, auch da bin ich ehrlich. Es macht ihm wirklich Spaß, Campingplätze und Reiseziele unter die Lupe zu nehmen und nach jenem einen Ort zu suchen, der einfach alles bietet. So trifft er meist eine erste Auswahl. Daran habe ich dann wiederum einiges auszusetzen, und ab diesem Punkt übernehme ich meist. Dann schalte ich Google Maps ein und suche dort weiter, indem ich heranzoome und nach Campingplätzen in der Umgebung suche. Dort finde ich dann oft die Orte, die bei Google nicht ganz oben stehen. Und die dann genau das bieten, was wir suchen. Manchmal ist es ein kleines Rätsel, aber meistens führt das zum Erfolg. Dann sehe ich plötzlich ein Foto von einem wahnsinnig schönen Fluss. Oder ein idyllisches Plätzchen inmitten der Berge. In so einem Moment halte ich fast den Atem an und rufe mit meiner ganzen Begeisterung die anderen herbei, damit sie sich diese großartige Entdeckung mit mir ansehen. Und dann springe ich noch nicht ganz im Wohnzimmer herum. Oder, na ja, eigentlich doch. Lange Rede, kurzer Sinn zu unserer Suche: Wouter gibt die Vorlage, ich schieße den Ball ins Tor. Wir sind ein tolles Team.

Sobald die Buchung abgeschlossen ist? Dann beginnt schon die Vorfreude!

Unmittelbar nach der Buchung weicht der Stress der Entscheidung etwas viel Schönerem: der Vorfreude. Kein Hin und Her mehr zwischen hundert verschiedenen Reisezielen, sondern entdecken, was es an dem Ort, an den wir bald tatsächlich fahren werden, alles zu erleben gibt. Welche Naturgebiete gibt es in der Nähe? Gibt es schöne Flüsse oder Wasserfälle? Können wir Kanu fahren, raften oder Mountainbike fahren? Welche Dörfer sind einen Besuch wert? Ehe man sich versieht, habe ich schon eine ganze Sammlung schöner Orte zusammengetragen. Die speichere ich dann alle in meinen iPhone-Notizen. Übrigens ganz ohne straffen Urlaubsplan, denn wenn uns etwas nicht gefällt … Nein, wir erstellen einfach eine schöne Liste mit Optionen. Damit wir, sobald wir im Urlaub sind, nicht erst alles durchforsten müssen, sondern einfach aus einer bereits fertigen Liste auswählen können. Haben wir Lust, etwas zu unternehmen? Dann suchen wir uns etwas Schönes aus. Haben wir Lust auf einen Tag Camping? Dann bleiben wir einfach gemütlich hier. Denn auch das ist Urlaub.

Schon im Vorfeld auf der Suche nach den schönsten historischen Orten

Schon im Vorfeld auf der Suche nach den schönsten historischen Orten

Warum wir nicht alles im Voraus planen

Die Vorfreude ist für mich eigentlich so etwas wie Urlaub, ohne dass es mich Urlaubstage kostet. Ich kann mich stundenlang in der Suche nach Bildern und Geschichten über diesen besonderen See verlieren. Und Abend für Abend in der Schönheit wunderschöner, historischer Ortschaften versinken. Aber obwohl ich es liebe, mich im Vorfeld mit einem Reiseziel auseinanderzusetzen – sprich: mich an einem regnerischen Wochenende schon mal an kristallklaren Bächen, strahlend blauem Himmel und herrlich grüner Natur zu erfreuen –, planen wir unsere Urlaube daher so wenig wie möglich. Ich habe keine Lust auf das Gefühl, Checklisten abarbeiten zu müssen (das muss ich schon bei der Arbeit). Deshalb sammeln wir Ideen, anstatt ein Programm zu erstellen. Vielleicht unternehmen wir so drei Dinge an einem Tag. Oder wir verweilen gerade ganz lange an einem Ort, auf den wir zufällig unterwegs stoßen. Nichts muss, alles darf. Und genau diese Freiheit genießen wir in vollen Zügen.

Wie es ausgehen wird? Das bleibt noch spannend.

Aber gut. Inzwischen ist es Herbst und die Suche muss wieder von vorne beginnen. Der sehnlichste Wunsch meiner ältesten Tochter ist eine Rundreise durch Griechenland. Was mir persönlich auch fantastisch erscheint. Aber ja, das kostet eine ganze Menge, und eine Umstrukturierung an meinem Arbeitsplatz macht uns derzeit einen Strich durch die Rechnung. Ob es also klappen wird, wage ich noch nicht zu sagen. Aber dass wir in der nächsten Zeit schon mal an einem Plan B arbeiten werden, das weiß ich zu 100 % sicher!

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Über den Autor:
Ilze ter Heide

Ilze ist mit Wouter verheiratet, Mutter von zwei supersüßen Mädchen, schreibt gerne und liebt Camping. Allerdings mit einem gewissen Komfort. Ich zelte, seit ich klein bin, es wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Und obwohl ich manchmal über schmutzige Heringe, Käfer im Zelt und Haare im Duschabfluss meckere, genieße ich es wie verrückt, wenn ich mit meiner Familie campen bin. Ich kann unser nächstes Campingabenteuer kaum erwarten!'

Ilze ter Heide