Jahrelang war das ganz selbstverständlich: Der Wohnwagen wurde hinter das Auto gekoppelt, die Schränke wurden gefüllt, das Vorzelt kam in den Kofferraum, und eigentlich fand alles irgendwo seinen Platz. Ein zusätzlicher Pullover? Mit. Ersatzhandtuch? Auch mit. Noch ein Spiel? Das passt bestimmt noch rein. Irgendwo. In eine Ecke. Oder in eine Lücke. Aber was ist, wenn man zum ersten Mal ohne Wohnwagen in den Urlaub fährt?

Genau das machen wir diesen Sommer. Wir ziehen von einem Hotel (Deutschland) in eine Ferienwohnung (Österreich), dann in ein Safarizelt (Kroatien) und anschließend wieder in eine Ferienwohnung (Slowenien). Wir genießen also immer noch einen Teil des Urlaubs mit Campingleben, aber ganz anders, als wir es gewohnt sind. Kein Wohnwagen mit praktischen Staufächern. Kein fester Platz für all unsere Sachen. Und einen Großteil des Urlaubs leben wir einfach aus dem Auto heraus. Spannend? Nun ja, schon ein bisschen. Aber vor allem auch überraschend schön. Und da ich eher ein Szenario-Denker bin, habe ich fünf Tipps für uns selbst und andere zusammengestellt, die hoffentlich helfen, übersichtlich und entspannt auf Reisen zu gehen.

Machen Sie Urlaub ohne Campingausrüstung
Denk in Taschen, nicht in Sachen!

Tipp 1: Denke in Taschen, nicht in Gegenständen

Bei einem Caravanurlaub packt man oft nach Kategorien. Alle Küchenutensilien zusammen, alle Kleidung woanders, Spiele in einem separaten Schrank. Alles hat seinen festen Platz und unterwegs weiß man genau, wo sich was befindet. Aber da wir nun regelmäßig die Unterkunft wechseln müssen, klappt das natürlich nie. Mir ist eingefallen, dass wir in Taschen denken müssen. Jeder hat seine eigene Sporttasche mit Kleidung, eine Tasche mit Duschsachen und Kulturbeuteln, eine Haushaltstasche, eine kleine „Medizintasche“ mit Cremes und Paracetamol und so weiter, eine Tasche mit Badesachen und eine kleine Tasche mit Elektronik und Ladegeräten. Ein Etikett an jeder Tasche und fertig. So müssen wir nicht jedes Mal das halbe Auto ausräumen, um dieses eine bestimmte Ding zu finden.

Tipp 2: Nehmen Sie weniger Kleidung und Handtücher mit

Das klingt vielleicht logisch, aber ich falle jedes Jahr wieder darauf herein. Und das ging bisher immer, weil ich den Wohnwagen sowieso nie vollbekommen habe. Jetzt sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Aber tief im Hinterkopf weiß ich auch: Für einen dreiwöchigen Urlaub muss man wirklich keine Kleidung für drei Wochen mitnehmen. Vor allem nicht, wenn man unterwegs waschen kann oder wenn eine Waschmaschine vorhanden ist, wie auf dem Campingplatz in Kroatien. Also werde ich versuchen, mit Kleidung für etwa eine Woche zu rechnen. Und ganz ehrlich: Niemand auf dem Campingplatz oder in der Ferienwohnung achtet darauf, ob man dieselben Shorts schon einmal getragen hat. Ach ja, und auf dem Campingplatz haben wir Bettwäsche und Handtücher einfach dazu gebucht. Ideal. Das spart jede Menge Platz.

Tipp 3. Eine Tasche für die erste Nacht

Diese eine einzelne Hotelübernachtung in Deutschland finde ich vielleicht am anspruchsvollsten. Denn für nur eine Nacht packt man sicher nicht alles aus. Deshalb ist eine Tasche für die erste Nacht wirklich unverzichtbar. Ein Satz saubere Kleidung für jeden, Schlafanzug, Zahnbürste, Deo, Parfüm und eventuell ein Kuscheltier oder ein Buch in einer separaten Tasche. Und Badesachen. Denn es gibt einen Pool im Hotel. Aber so eine Tasche für die erste Nacht verhindert, dass man alles auspacken muss, um seine Sachen beisammen zu haben. Vor allem nach einem langen Reisetag erspart das eine Menge Suchen und Frust, vermute ich.

Eine Tasche für eine Übernachtung im Hotel?
Unterwegs in einem Hotel übernachten? Pack dir eine Tasche für die erste Nacht.

4. Verwende Packwürfel

Ich habe sie eigentlich erst kürzlich auf meiner eigenen Suche nach cleveren Packtipps entdeckt: Packing Cubes. Schau sie dir doch mal bei Bol.com (oder woanders) an. Es sind Sets aus Beuteln in verschiedenen Größen, mit denen man seine Sachen übersichtlich verstauen kann, damit der Inhalt der Reisetasche nicht zu einem einzigen Chaos wird. Ich habe vier Sets bestellt, für jedes Familienmitglied eine Farbe. Und dann packt man zum Beispiel die Socken in das eine Täschchen, die Unterwäsche in das andere, Sommerhemdchen in das nächste, T-Shirts in wieder ein anderes und so weiter. Der große Vorteil? Man muss nicht jeden Tag die ganze Tasche durchwühlen, um etwas zu finden. Das bedeutet automatisch weniger Unordnung in der Unterkunft. Und somit eine entspanntere Fahrt zum Campingplatz.

5. Das Auto übersichtlich halten

Wenn das Auto vorübergehend gleichzeitig zur Vorratskammer, zum Kleiderschrank, zum Mülleimer und zum Schuppen wird, entsteht schnell Chaos. Und glaub mir, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich weiß auch aus Erfahrung, dass ich dieses Chaos nie selbst verursache, aber das nur am Rande. Deshalb habe ich mir vorgenommen, auch im Sitzbereich des Autos alles übersichtlich zu halten. Mit klaren Regeln für alle, die mit mir reisen wollen, denn: Wir haben keinen Wohnwagen mehr als zusätzlichen Stauraum. Willst du das nicht akzeptieren? Dann bleibst du eben zu Hause. (Das war natürlich nur ein Scherz, denn alleine zu reisen finde ich überhaupt nicht toll).

Ich denke dabei an Vereinbarungen wie:

• Essen und Getränke immer in einer Tasche in der Mitte hinter den Vordersitzen;
• Abfall immer in den Abfallbeutel neben dem Beifahrer;
• Ladegeräte und iPads griffbereit auf der Hutablage;
• Ein Kuscheltier darf auf dem Rücksitz mitfahren, der Rest kommt in die Tasche;
• keine herumliegenden Jacken im Sitzbereich des Autos.

Mein Motto? Je übersichtlicher die Aufteilung, desto weniger Zeit werden wir später mit Suchen, Stolpern und Ärger verbringen. Und der zusätzliche Vorteil? Unterwegs können wir bei einem Zwischenstopp viel schneller etwas herausholen.

Übernachtung in einem Hotel auf dem Weg zu deinem Campingziel
Mit einer Tasche für die erste Nacht vermeidest du also, dass du alles auspacken musst.

Vielleicht vermissen wir die vertrauten Schränkchen ja doch

Ich bin gespannt, wie es läuft. Meiner Meinung nach ist ein Urlaub ohne Wohnwagen weder besser noch schlechter. Er ist einfach anders. Man hat weniger Sachen zur Hand, muss manchmal etwas genauer überlegen, wo was liegt, und vielleicht (da bin ich mir fast sicher) werden wir später doch ab und zu diesen vertrauten Schrank vermissen, von dem man genau wusste, was drin war. Aber dem steht auch etwas gegenüber. Mehr Flexibilität, leichteres Reisen und neue Orte entdecken. Wer weiß, vielleicht stoßen wir unterwegs doch noch auf Dinge, bei denen wir denken: Hätten wir das doch nur mitgenommen. Aber ich glaube vor allem, dass wir merken werden, dass wir mit überraschend wenig Gepäck prima zurechtkommen. Fährst du diesen Sommer also auch zum ersten Mal ohne Wohnwagen los? Probier es doch einfach mal aus, so wie wir. Mach es dir nicht zu kompliziert. Pack clever, behalte den Überblick und vertraue darauf, dass du unterwegs immer wieder eine Lösung findest. Schönen Sommer!

Finde einen schönen Campingplatz

Über den Autor:
Ilze ter Heide

Ilze ist mit Wouter verheiratet, Mutter von zwei supersüßen Mädchen, schreibt gerne und liebt Camping. Allerdings mit einem gewissen Komfort. Ich zelte, seit ich klein bin, es wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Und obwohl ich manchmal über schmutzige Heringe, Käfer im Zelt und Haare im Duschabfluss meckere, genieße ich es wie verrückt, wenn ich mit meiner Familie campen bin. Ich kann unser nächstes Campingabenteuer kaum erwarten!'

Ilze ter Heide